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Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Kurze Gedichte zum Nachdenken 2

Auf dieser Seite ist die Weisheit der älteren Dichter in kurzen Gedichten versammelt. Weisheit hat ja den unbestreitbaren Vorteil, dass sie kein Haltbarkeitsdatum hat, das ablaufen könnte, denn hätte sie eins, wäre sie keine Weisheit, sondern ein Joghurt. Und so werden hier kurze Gedichte zum Nachdenken und nicht zum Essen präsentiert.

 
 

Ein kurzer Goethe zum Nachdenken

Der Altmeister unter den Sprücheklopfern beginnt mit der Erkenntnis, dass ein Tag vorausgedacht das Leben leichter macht.

Goethe: Das Schlimmste, was uns widerfährt ...

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Nachdenken für Männer

Ein kraftvolles Kurzgedicht zum Nachdenken ist Storms Vierzeiler, wobei das Zielpublikum eindeutig Männer sind.

Storm: Der Zweifel

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Kurzes Gedicht übers Leiden

Dass Leiden zum Leben gehört, weiß man seit langer Zeit. Als Dichter ist man aber noch ein bisschen schlauer und weiß, wie es sich am besten leiden lässt.

Otto Banck · 1824-1916

Humane Gesinnung

Nur wen’ge Menschen sah ich ruhig scheinen
Bei eignem Missgeschick. Doch niemals fand ich einen,
Der nicht mit christlicher Ergebenheit
Ertragen hätte seines Nächsten Leid.

 
 

Ein Zweizeiler zum Nachdenken

Dieser Spruch ist sehr kurz und einfach in seiner Bildsprache, dass es sich lohnt darüber länger nachzudenken. Was will er damit sagen?

Gotthold Ephraim Lessing · 1729-1781

Die Waage ...

Die Waage gleicht der großen Welt,
das Leichte steigt, das Schwere fällt.

 
 

Gedicht über das Schlechte im Guten

Wenn man recht darüber nachdenkt, ist es manchmal nicht so gut, gut sehen zu können, wie folgendes Gedicht zeigt:

Friedrich Hebbel · 1813-1863

An den Menschen

Wünsche dir nicht zu scharf das Auge, denn wenn du die Toten
In der Erde erst siehst, siehst du die Blumen nicht mehr!

Kommentar:
Dieser Zweizeiler hat die Form eines Distichons, eine aus dem Griechischen eingedeutschte Form, die bis ins 19. Jahrhundert eine beliebte Art war, Weisheitssprüche zu verfassen.

 
 

Gedicht über den Wandel

Hier spricht die Natur von dem, was war, ist und wird.

Friedrich Ludwig Wilhem Meyer · 1759-1840

Die Natur an den Wandrer

Lern aus jeder meiner Spuren, so du Lehre fähig bist,
Dass Vernichtung eine Lüge und Verwandlung ewig ist.

 
 

Nachdenken über Erfolg

Ein kleiner Hinweis für Selbstdarsteller und andere überselbstbewusste Typen, aber sie werden’s kaum lesen, geschweige denn verstehen.

Lorm: Mensch und Schicksal

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Nachdenken über Selbstironie

Es gibt sicher solche und solche Selbstironie. Die eine setzt herab, weil’s am Selbstbewusstsein mangelt, die andere tut es, weil das Selbstbewusstsein gesund genug ist, dies zu verkraften. Goethe setzt noch einen drauf. Ob da etwas Wahres dran ist, darüber könnte man Nachdenken.

Johann Wolfgang von Goethe · 1749-1832

Meine Wahl

Ich liebe mir den heitern Mann
Am meisten unter meinen Gästen:
Wer sich nicht selbst zum besten haben kann,
Der ist gewiss nicht von den Besten.

 
 

Nachdenkliches zum Alter

Hölderlin bricht eine Lanze fürs unbeliebte Ältersein völlig reimlos.

Hölderlin: Ehemals und jetzt

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