Verwandte Themen: Gedichte von Liebe und Tod 2 · Gedichte über den Tod 2 · Gedichte jenseits des Lebens 1

Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte jenseits des Lebens 2

Die Erwartungen, was „danach“ kommt, waren früher doch wesentlich höher als heutzutage. Ob sich das auch in den Gedichten jenseits des Lebens aus dem 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts widerspiegeln wird? Dichter haben ja doch immer ihren eigenen Kopf, von daher ist Überraschendes auf dieser Seite nicht auszuschließen.

 
 

Nahtoderfahrung

Ganz nah dran an den Tod geht Theodor Storm in diesem langen, langen Gedicht.

Storm: Im Zeichen des Todes

Dieses Gedicht im Textformat

 
 

Ein Gedicht über die Toten

Hier haben die Toten das Wort. Das Gedicht verpackt sehr stilvoll eine eigentlich banale Erkenntnis.

Meyer: Der Chor der Toten

Dieses Gedicht im Textformat

 
 

Noch ein Gedicht über die Toten

Dieses Gedicht über die Toten ist nicht besonders nebulös, obwohl der Nebel eine große Rolle darin spielt.

Dauthendey: Unsere Toten

Dieses Gedicht im Textformat

 
 

Lebendig tot

Viele Jahrhunderte lang war es eine weit verbreitete, gefürchtete Vorstellung, lebendig begraben zu sein. Inzwischen ist die Medizin so weit zu sagen, wann „tot tot ist“, aber die Vorstellung, wie sie in diesem Gedicht dargestellt wird, ist immer noch äußerst ungemütlich, um nicht zu sagen: beengend.

Keller: Gedanken eines lebendig Begrabenen

Dieses Gedicht im Textformat

 
 

Vom Schweigen und vom Schreien

Was man im Leben versäumt, kann man im Tod nicht mehr nachholen, das ist die banale und dennoch eindringliche Botschaft dieses Gedichts über den Tod.

Otto zur Linde · 1873-1938

Ich hab in langen Nöten ...

Ich hab in langen Nöten
Mein Herz zu fest gepresst.
Ich wollt den Schrei ertöten,
Der mich nicht schlafen lässt.

Ich hab den Schrei beschwiegen –
Oh Stille um mich her!
Nun muss auf Asche liegen
Mein Herz und schlägt nicht mehr.

Nun möcht ich Stimmen rufen
Aus Wänden meiner Not.
Ach, ich sank tausend Stufen
Hinab bis untern Tod.

Bis unter all Erinnern
Und in den grauen Schlaf,
Nun weck ich nie im Innern
Stimme und Flamme mehr auf.

 
 

Tote Zukunft

Einen Blick in die Zukunft als Toter wagt dieses Gedicht und kommt dabei zu einer unausweichlichen Schlussfolgerung.

Busse: Zukunft

Dieses Gedicht im Textformat

Kommentar:
Es gibt einige Auffälligkeit in der Bauweise des Gedichts. Einmal natürlich die Verwendung des Infinitivs mit und ohne Ausstanzen (Ellipse) des „e“ in der ersten Strophe. Dann der monotone Rhythmus der ersten beiden Strophen mit ihren parallelen Satzbauten. Bei den ungeraden Zeilen liegt die Hauptbetonung am Anfang, bei den geraden kurz vor Schluss. Dieser Rhythmus wird erst in der letzten Strophen gebrochen, wo am Schluss dann sogar jeweils eine unbetonte Silbe am Anfang steht.