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Unterm Lyrikmond

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Schwarzer Humor im Gedicht 2

Diese Seite bietet leckere schwarze Törtchen aus deutscher Produktion, die schon mindestens 70 Jahre tot sind. Nein, falsch. Diese Seite bietet nette schwarze Gedichte, des Humors verdächtig, und von den alten deutschen Meistern stammen, also Klassiker des Schwarzen Humors. Denn wer mehr als 70 Jahre nach seinem Tod immer noch gelesen wird, ist per se ein Klassiker.

Lyrikbücher im Lyrik-Lädchen beim Lyrikmond

 
 

Ein Klassiker unter den Klassikern des schwarzen Humors

Ich glaube, dies ist eines der berühmtesten deutschsprachigen Gedichte des schwarzen Humors: Eine schwarz getünchte Kurzversion von „Schuld und Sühne“.

Wedekind: Der Tantenmörder

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Schwarzer Humor von Ringelnatz

Dieses Gedicht ist einfach schwärzlich, schrecklich, schaurig, unappetitlich, mit einem Satz: Man muss es gelesen haben.

Ringelnatz: Silvester bei den Kannibalen

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Mehr Schwarzer Humor von Ringelnatz

Dies ist zweifellos eins der scheußlichsten Gedichte deutscher Sprache, doch da es in absolut unschuldiger Weise vorgetragen wird, ist es ein wunderbares Beispiel für Schwarzen Humor.

Ringelnatz: Das Terrbarium

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Ein kurzer Ringelnatz

Ringelnatz demonstriert in diesem Gedicht die schwarzhumorige Wirkung des Wörtchens „aber“. Ohne dieses Wörtchen hätten wir hier ein ernstes Gedicht über Leben und Tod.

Ringelnatz: Der letzte Weg

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Tödliches Leben

Das Leben ist tödlich, weiß man seit langem, nur wenn man es selbst probiert, scheint’s nicht zu langen.

Christen: Letzter Versuch

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Schwarzer Humor bei Wilhelm Busch

„Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!“, so hieß es bei Max und Moritz. Der Held dieses Gedichtes, Krischan Bolte, hätte vielleicht auch auf die letzte Seite des Lebensbuches gucken sollen.

Busch: Querkopf

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Ein idyllisches Gedicht, schwarz gefärbt

Schwarzer Humor macht auch in Gedichten nicht vor Frauen, Kindern und alten Leuten halt. Er ist wie der Blitz aus heiterem Himmel.

Schwab: Das Gewitter

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Dies Gedicht geht in die Beene

Hier wird ein bisschen schwarze Sozialromantik geboten, bei der man die Seele baumeln lassen kann und nicht nur die.

Klabund: Ich baumle mit de Beene

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Schwarzer Humor bei Heine

Zynismus gegenüber armen Leuten ist ein Phänomen, das sich langsam, aber sicher wieder seinen Platz in der Denkweise von Wohlbetuchten erobert. Der Markt verlangt es so, wer immer dieser Herr Markt auch ist.

Heine: Jammertal

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Schwarze Idylle

Ein idyllisches Bild hat sich der Dichter hier mühsam aufgehängt. Aber schön schwarz ist es geworden.

Mühsam: Idyll

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Galgenhumor

Aus diesem Gedicht lernt man, dass mit etwas Schwarzem Humor und einer Priese Groteske das Leben am Galgen durchaus erträglich ist. Merke: Was ich für die Zukunft lern’, lern’ ich von Morgenstern.

Christian Morgenstern · 1871-1914

So hängen wir ...

So hängen wir, so hängen wir, so hängen wir alle Tage
an dem gottverfluchten Galgengerüst.
Der Wind ist unser Nachtquartier
und senkrecht unsre Lage
an dem gottverfluchten Galgengerüst.
Und stößt der ein’ den andern an,
so gibt es einen Schrei.
Da fällt er in den Dreck,
erlöst und frei.

So hängen wir, so hängen wir, so hängen wir alle Tage
als ein delikates Déjeuner.
Es naht der Wolf, der Fisch vom Golf,
Schakal, der Nekrophage
und der Elefant vom Müggelsee.
Der Wolf die Wad’, der Fisch den Fuß,
der Schakal das Geschling’,
der Elefant von einer Hand
den Zeigefing’.

So hängen wir, so hängen wir, so hängen wir alle Tage
bis sie alle satt sind und Mahlzeit gesagt,
des Fleisches los, das lästig bloß,
das uns nur eine Plage.
Und nur Gerippe sieht Sophie, die Henkersmagd.
Ihr Blick wird steil, sie spannt den Strick,
sie fegt die Stätte rein.
Sie sagt abscheul, oh ganz abreul!
und geht feldein.