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Praxislexikon Lyrik

Reim

Ein Reim liegt vor, wenn die Laute (Vokale und Konsonanten) zweier Wörter ab dem Vokal der letzten betonten Silbe (Hebung) übereinstimmen. Zweisilbige Reime nennt man weiblich, einsilbige männlich (siehe auch Kadenz). Die Schreibweise der Laute ist dabei nicht entscheidend, nur die Aussprache zählt.

Reim in der Praxis

Der Reim ist im Deutschen als Endreim definiert: „ab der letzten betonten Silbe“ eines Wortes. Das Wort Mäuse reimt auf Läuse, aber nicht Mäuselöcher auf Läusenester. Der Regelfall ist der Reim am Versende, auch Ausgangsreim genannt.

Ein unreiner Reim liegt vor, wenn die Vokale nur ähnlich sind (z.B. legen - mögen oder ein Reim mit langem zu kurzem Vokal: Rat - Stadt). Bei gleich Vokalen, aber unterschiedlichen Konsonanten, spricht man hingegen von einer Assonanz (Halbreim).

Beim identischen Reim sind die Wörter gleich, beim rührenden Reim stimmen auch die Konsonanten zu Beginn der betonten Silbe überein.

Zur Reimpraxis siehe auch den Artikel Richtig reimen und unter den Praxisbeispielen bei den verschiedenen Reimschemata:

Paarreim.: aa
Kreuzreim : abab
Umarmender Reim: abba
Schweifreim: aabccb

Verwendete Literatur:
Uwe Spörl (2004): Basislexikon Literaturwissenschaft, Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh

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Autor: Hans-Peter Kraus, Version vom 13.08.2016