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Praxislexikon Lyrik

Metrum

Das Metrum (Versmaß) beschreibt die Verteilung der Hebungen und Senkungen eines Verses. Basis dafür sind die Versfüße und die Kadenz.

Metrum in der Praxis

Versmaße mit eigenen Bezeichnungen:

Alexandriner: Sechshebiger Jambus mit Zäsur nach der dritten Hebung. Kadenz: weiblich oder männlich, mit Reim.

Blankvers: fünfhebiger Jambus. Kadenz: weiblich oder männlich, ungereimt.

Hexameter: Sechshebiger daktylischer Vers mit nicht festgelegter Zäsur, Trochäus ist bei den ersten vier Versfüßen möglich. Kadenz: weiblich, ungereimt.

Knittel: vierhebiger Vers mit Füllungsfreiheit. Kadenz: weiblich oder männlich, meist Paarreim.

Pentameter: sechshebiger daktylischer Vers mit Hebungsprall von dritter zu vierter Hebung (die Senkungen nach der dritten Hebung werden ausgelassen). Kadenz: männlich, ungereimt.

Metrumbestimmung bei anderen Versen:

Analog zu den Beschreibungen der Verse mit eigenen Bezeichnungen wird beim Metrum die Zahl der Hebungen und der zugehörige Versfuß sowie die Kadenzen aufgeführt. Unter dem Stichwort Hebung gibt es einige Hinweise, wie man solche erkennt. In der modernen Lyrik kann es jedoch passieren, dass sich kein oder nur ein sporadisch regelmäßiges Muster ergibt. Dann spricht man schlicht vom unregelmäßigen Metrum. Trotzdem kann die Verteilung oder Positionierung der Hebungen, insbesondere an den Versenden, hilfreich für die Interpretation sein.

Verwendete Literatur:
Otto Knörrich (2005): Lexikon lyrischer Formen (2. überarb. Aufl.), Stuttgart: Alfred Kröner Verlag

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Autor: Hans-Peter Kraus, Version vom 20.05.2016