Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

April-Gedichte

Wenn man sich das Wetter in den letzten Jahren anschaut, dann scheint langsam jeder Monat aprilverdächtig, aber noch hält der April seinen Ruf als die große launische Diva, wie einige der folgenden Gedichte bestätigen. Doch auch die Frühlingsgefühle kommen in den April-Gedichten nicht zu kurz.

 

Ein launischer Herr

Zu Beginn ein Gedicht über die April-Launen. Das Gedicht selbst ist auch etwas launisch geschrieben, wenn man sich das Reimschema und die unterschiedlich langen Zeilen anschaut.

Jacobi: April

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

April-Doppel

Gleich doppelt-gemoppelt kommt der April in diesem Gedicht daher. Was jedoch nichts an seiner berühmten Launenhaftigkeit ändert.

Hans Retep · geb. 1956

Der April-April

Wenn ganz stille Schnee auf Blüten rieselt,
wenn es aus wolkenlosem Himmel nieselt,
wenn die Natur herumtollt wie ein Kind,
dann ist wieder mal bewiesen:
Der April-April, der spinnt.

UrheberrechtshinweisGedicht per E-Mail versenden

 

Der Hin-und-her-April

Auch Detlev von Liliencron besingt den launischen April im Gedicht, findet aber ein versöhnliches Ende.

Liliencron: April

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein letztes launisches April-Gedicht

Und noch mal die beiden Pole des April zu Gedicht gebracht, aber am Schluss mit einem Schuss Zuneigung zum schönen, stürmischen April.

Rodenberg: April

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Rilke-Gedicht über den April

Rilke schreibt etwas differenzierter über den April, doch der Frühling im Gedicht überwiegt.

Rilke: Aus einem April

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein April-Gedicht zum Frühling

Theodor Storm ignoriert in seinem April-Gedicht die Launenhaftigkeit des Monats und konzentriert sich ganz auf schöne Frühlingsgefühle.

Storm: April

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Die Schönheit des Aprils

Emanuel Geibel streckt gar die Feder ob der Schönheiten eines feuchten Frühlingsabends im April.

Geibel: Im April

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Achtes April-Gedicht

Albert Sergel · 1876-1946

Erster April

Unterm Windstoß rauscht der Regen
schärfer in die grünen Blätter;
auf den aufgeweichten Wegen,
Kragen hoch, ins tollste Wetter
spring ich mit verwegenem Mute.
Und der Segen will nicht enden,
und mit Munde und mit Händen
hasch’ ich nach den Himmelsspenden.

Sorglos pfeif’ ich, frechvermessen,
eine Schelmenweis; indessen
lacht die helle Sonne wieder
warmen Gruß, die Liebe, Gute,
von dem blauen Himmel nieder,
trocknet schnell die nassen Kleider,
Hut und Mantel und so weiter,
lässt an Gras und Blätterspitzen
tausend Diamanten blitzen,
und ich fühle mich so reich:
Bin ich nicht dem König gleich?

Das sind meine Kronjuwelen,
und die kann kein Diebesvolk stehlen.
Alle schenk ich meinem Schatze,
der soll sie am Busenlatze,
soll am Hals, im Haar sie tragen,
wenn ich in den nächsten Tagen
sie als holde Königin
führe durch mein Reich dahin.

Ach! was wird sie lustig lachen,
tausend tolle Sachen machen!
Wird die schönsten Brillanten,
die im Sonnenlichte glühen,
Kronrubine und Demanten,
mit den kecken Fingerspitzen
– dieses Glitzern! dieses Sprühen! –
juchzend in die Lüfte spritzen;
wird an allen Zweigen rütteln,
die Smaragde und Topase
kichernd von den Bäumen schütteln
und ein süßes Mäulchen ziehen,
pitscht ihr einer auf die Nase.

Und an einem abgelegnen
mir und einzig meinem Schätzchen,
meinem wilden Schmeichelkätzchen,
wohlvertrauten stillen Plätzchen
wird es Küsse, Küsse regnen,
und ich halte duldsam still ...
Aus dem Wald wie süße Geigen
wird ein seltsam Flüstern steigen,
und man weiß nicht, was es will ...

Ssst ...! Da plirrt es in den Zweigen,
Regentropfen fallen dichter;
durch des Waldes Dämmerschweigen
plustert elfisches Gelächter,
dass sich alle Büsche neigen,
und es lacht: „Verliebter Dichter!“
Ferner noch: „April! April!“

Gedicht per E-Mail versenden