Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Juni-Gedichte

Im Juni fängt der Sommer an, zumindest kalendarisch und in Gedichten. Dass es in der Realität damit oft nicht weit her ist, steht auf einem anderen Blatt. Doch das kann einen Dichter nicht erschüttern und so ist die Stimmung der Juni-Gedichte sommerlich geprägt.

 

Fruchtbringender Juni

Mit einem einfachen Fünfzeiler geht’s los, der den Übergang von der Blüte zur Frucht schildert.

Hofer: Juni

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Unbeeindruckt von schönen Juni

Da gibt sich der Dichter so viel Mühe, die Schönheiten des Junis zu schildern, doch so ein komischer Vogel ist völlig unbeeindruckt. Vielleicht ist der Vogel aber gar kein Vogel, sondern ein ... Symbol?

Liliencron: Schöne Junitage

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Gedicht zur Sonnenwende

Unbestreitbar ist im Juni der längste Tag des Jahres. In der dichterischen Phantasie wird daraus ein Feiertag.

Müller-Jahnke: Sonnenwende

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Sonnenwendohnefeier-Gedicht

Einer hat ja immer was zu meckern, wenn andere feiern, aber hier liegt er auch nicht ganz falsch, denn nach dem Höhepunkt kann es eigentlich nur bergab gehen.

Hans Retep · geb. 1956

Der längste Tag des Jahres ...

Der längste Tag des Jahres
ist keine Feier wert,
denn eines jeden Tages
Nacht
stets mehr vom Licht verzehrt.

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Fronleichnam-Gedicht

Fronleichnam, ein katholischer Festtag, findet meistens im Juni statt und ist deshalb bei den Juni-Gedichten einsortiert. Die Stimmung des Gedichtes ist sogar schon hochsommerlich.

Heym: Fronleichnamsprozession

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Fußball im Juni

Wenn die Tage lang und länger werden, ist am Abend viel Zeit für Fußball.

Hans-Peter Kraus · geb. 1965

Der Bolzplatz

Sogar der Bolzplatz ist
an diesem Juniabend
verlassen.

Deutschland spielt

im Fernsehen.

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Verhagelter Juni

Eine Gedicht über eine dieser Unverschämtheiten der Natur im Juni: Alles ist auf Sommer eingerichtet und dann prasselt Eis vom Himmel.

Dyrk Schreiber · geb. 1954

Kleine Juniballade

Dein Traum war schlecht, bis früh hast du gefroren,
Blatt und Ast erstarrt im Tränentau.
Strahlen sollt’ der Sommer unter freiem Blau,
denn anblicks naher Früchte war’s geschworen.

Schon bald verflogen Alpens Drohgebärden,
dass du erst entlaubt und dann gefällt.
Herrlich war dein Haupthaar rauschend aufgestellt,
wo Saures drängte, edelsüß zu werden.

Frühmittags drückte heiß gekochte Schwüle
bleiern auf der Gärten leichten Schlaf.
Du spähtest mit untrüglichem Gefühle
droben grinsend, weiß getüncht, ein schwarzes Schaf,

das jene feinen Freunde mit sich führte,
denen vor die Sonne machtlos war.
Kein strahlend Feuer am Gewölke schürte
sein Vernichten zum erhofften Himmelklar.

Triumph des Zorns, denn Hagelgüsse bebten
steinvereist in deinen Tagessieg.
Dass in solchen Augenblicken Gott nur schwieg,
erzählten Nachbarn dir, als sie noch lebten.

In feuchter Nacht dein Klagen zum Erbarmen,
Mondschein mullte silbern deinen Schopf.
Ach, mir fielen junge Leben auf den Kopf,
so liebend stark am Stamm war mein Umarmen.

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Lieblingsmonat Juni

Wilhelm Busch verbindet in seinem Juni-Gedicht das Angenehme mit dem Nützlichen und preist Monat sowie Geburtstagskind gleichermaßen.

Busch: Zum Geburtstag im Juni

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