Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

September-Gedichte

In einem guten Jahr bietet der September noch einen schönen Spätsommer, die Blätter sterben in Schönheit ab. Trotzdem muss man sich nun langsam mit dem Herbst anfreunden. Dies spiegelt sich auch in den September-Gedichten dieser Seite wider, die zwischen letzter Sommerschönheit und ersten Herbstanzeichen ihre Verse finden.

 

Ein berühmtes September-Gedicht

Dieses berühmte September-Gedicht von Mörike enthält ein seltenes, wenn nicht gar einzigartiges Reimschema für einen Sechszeiler.

Mörike: Septembermorgen

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Spätsommergedicht

Ein September-Gedicht, das noch mal den Sommer feiert und erst am Schluss in die Herbstbahn einläuft, bietet Gustav Falke.

Falke: September

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September-Gedicht für Kinder

Der Übergang von Sommer zu Herbst hat auch seine Vorzüge, wenn man die Apfelbäume näher betrachtet, wie das Robert Reinick in diesem September-Gedicht für Kinder tut.

Reinick: September – Der Apfelbaum

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Ein September-Gedicht von Christian Morgenstern

Schon ganz dem Herbst verfallen ist das Morgenstern-Gedicht zum September, und doch ist es noch der schöne, klare Herbst, bevor die Stürme ziehen.

Morgenstern: Septembertag

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Septembergedicht zwischen Sommer und Herbst

Die zwei Gesichter des Septembers sind Thema dieses Gedichts, wobei die klassischen Rollen von Sommer und Herbst vertauscht erscheinen.

Dyrk Schreiber · geb. 1954

Janusseptember

Es vergoss der Sommer sich zum kühlen Tod,
Am Baum vergilbten rasch die Quitten.
Auf tiefen Wassern Schwäne glitten
Abends stumm verteilt in grauem Rot.

Es übergießt der Herbst mit Gold die Reben,
Kirschen süßen nach, es ist noch warm.
Obenan formiert ein Vogelschwarm
Gekonnt den lauten Zug zum Leben!

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Rückblick auf einen September

Einen ganz bestimmten September hatte der Dichter hier im Auge, ein September, der sich vom Wetter sicher nicht besonders von anderen Septembern unterschied und trotzdem der Erinnerung wert ist.

Hans Retep · geb. 1956

Im September

Blauer Himmel, grüne Bäume,
Ganz ein Morgen wie gemalt;
Noch ist Zeit für Sommerträume,
Heute fühlt sich keiner alt.

Schwarze Punkte in der Ferne
Ziehen durch das Himmelsblau.
Langsam kommen sie uns näher,
Bilden ein perfektes V.

Flugzeug’ sind’s, vom Mensch geschaffen,
Wollen sie zu unsrer Stadt?
Über uns beginnt zu fallen
Alles, was sie mitgebracht.

Und wir rennen Richtung Keller,
Feuerbälle blühen auf,
Explosionen kommen schneller,
Fegen uns hinweg im Lauf.

Unsre Körper, unerkennbar,
stinken in der Sonne scheußlich
im September,
im September
1939.

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Kommentar:
Auf der Seite mit den Kriegsgedichten wird das Gedicht vom Dichter ausführlich kommentiert.

Hinweis: Gedichte zum Herbst bietet weitere Texte mit Septemberstimmung.

Und hier noch die passende Musik von Claude Chalhoub: