Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte zur Geburt

Dass das Leben sich nicht immer reimt, stellt man früh genug fest. Da sollte es wenigstens zur Geburt ein paar schöne Verse geben, die sich natürlich eher an die glücklichen Eltern richten. Denn auch die haben sich mindestens ein Gedicht verdient, weil sich die Nacht in Zukunft möglicherweise auf Wacht reimt.

 

Goethe zur Geburt

Goethe versucht die Geburt mit etwas Mathematik im Gedicht anzureichern: einfach, aber überraschend.

Goethe: Liebe, menschlich zu beglücken ...

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Geburt und Natur

Zu einem Bild aus der Natur greift in diesem Gedicht zur Geburt die Dichterin, um zu zeigen, dass eins und eins nicht zwei, nicht drei, sondern eins ist.

Charlotte Francke-Roesing · 1863-1942

Nun trieb unser Baum ein Zweiglein

Nun trieb unser Baum ein Zweiglein,
Ein Zweiglein zart und fein,
Das wollen wir hegen und pflegen
In Sonnenschein, Sturm und Regen,
Dass es wächst in den Himmel hinein.

Nun sind unsre Seelen beschlossen
Zu einem blühenden Eins.
Das wird in künftigen Tagen
Im strebenden Wipfel tragen
Dein sehnendes Leben und meins.

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Ein leises Gedicht zur Geburt

Wenn einer eine Reise tut, dann muss er erst mal schlafen, so lautet der Tenor dieses Gedichtes zur Geburt.

Dehmel: Geht leise

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Gedicht über eine Engelsgeburt

Wie man einen Engel zur Welt bringt, erfährt man in diesem Gedicht zur Geburt. Es ist nie leicht, aber es geht;-)

Paul Remer · 1867-1943

Heilige Nacht

Vor unserm Kammerfenster steht
Ein zitternd Sternlein, wie windverweht,
Das suchen deine fiebernden Blicke
Und bauen eine schimmernde Brücke.

Und auf der schimmernden Brücke schwebt
Ein Englein herab und bangt und bebt,
Die kleinen Füße straucheln und irren,
Die feinen Flügel zittern und schwirren.

Und als der Morgen ans Fenster fliegt,
Das Englein in deinem Schoße liegt.

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Kleines Wunder

Ein himmlisches Kind wird in diesem Gedicht zur Geburt gepriesen. Wunder sind doch häufiger als man glaubt.

Emanuel Mireau · geb. 1974

Zur Welt gekommen

Ein Baby ist zur Welt gekommen,
vom Himmel hat’s ein Stückchen mitgenommen.
Wer immer auch in seine Augen sieht,
der spürt, dass Wundersames ihm geschieht
und fühlt sich einen Augenblick benommen
vom Himmel, der zur Welt gekommen.

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Aller Anfang ist schwer

Die etwas seltsame Gefühlslage zu Beginn eines neuen Lebens wird in diesem Gedicht beschrieben.

Richard von Schaukal · 1874-1942

Das neugeborene Kind

Da liegt es mit sich selbst allein,
ahnt nicht, dass es uns braucht.
Wir möchten ihm so gern was sein,
das wir in Sorge ganz getaucht.
Es aber bleibt der großen Liebe fern,
einsam und heilig wie ein Stern.

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Schwere Geburt

Normalerweise stürzt sich ein Neugeborenes mit dem Kopf zuerst ins Leben. In diesem Gedicht läuft alles verkehrtherum, endet aber glücklich mit einem ...

Hans Retep · geb. 1956

Verkehrt, aber glücklich

Zehn kleine Zechen kamen just zur Welt,
zwei Füßchen haben sich hinzugesellt,
zwei kurze Beinchen folgten drauf im Nu,
und das Popöchen war ein echter Clou.
Natürlich musste auch ein Bäuchlein raus
und Ärmchen, Händchen und zehn Grabscherlein.
Als dann das Köpfchen fand den Weg hinaus,
was tat es da? Schrein!

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Licht und Wärme

Als ein sehr lichtes Ereignis wird in diesem Gedicht die Geburt dargestellt. Doch das gewählte Bild („Flämmlein“) ist gleichzeitig ein Hinweis auf die Verletzlichkeit eines neuen Lebens.

Eugen Gottlob Winkler · 1912-1936

Auf die Geburt eines Mädchens

Siehe, ein Flämmlein ward wieder entfacht.
Liebe behüte den milden Schein,
bis es erstarkt zu eigenen Wärmen.
Gerne sei es als frohe Macht
dem Festtisch des Lebens dargebracht.
Und zehrt es am weltlichen Härmen,
kehr’ es gesegnet zur Stille ein
und werde mit himmlischem Glanze bedacht.

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Kinderaugen

Emanuel Geibel schaut in seinem Gedicht schon ein bisschen voraus auf Elternfreuden, die durch eine kindliche Perspektive erwachsen.

Geibel: Süß ist’s ...

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Ein Gedicht zur Geburt von Wilhelm Busch

Beim Wilhelm Busch ist natürlich Schluss mit lustig. Der Zustand des Ungeborenseins hat für ihn viele Vorteile.

Busch: Eh’ man auf diese Welt gekommen ...

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Noch ein Gedicht zur Geburt von Wilhelm Busch

Dieses Gedicht zu einer Geburt ist etwas für Freunde des kräftigen Humors, in dem ein Körnchen Wahrheit steckt. Nicht bei jedem ist die Konkurrenz willkommen.

Busch: Die Tante winkt, die Tante lacht ...

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Gedicht über eine Geburt im Nest

Streng genommen wird in diesem Gedicht nicht geboren, sondern geschlüpft, aber es eröffnet neue Perspektiven, mal bei der Nachbarin, Frau Schwalbe, vorbeizuschauen.

Toller: Auf dem gebuckelten Nestrand ...

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Kommentar:
Dieses Gedicht stammt aus dem Schwalbenbuch von Ernst Toller, das auf einer wahren Geschichte beruht: Während seiner Festungshaft brütete ein Schwalbenpaar in seiner Zelle.

 

Ein historisches Gedicht zur Geburt

Selbst ein unschuldiges Baby ist Tucholsky Anlass ein paar Takte über diesen blöden Nationalismus loszuwerden und er empfiehlt dem Neugeborenen dazu die rechte Lebensstrategie.

Tucholsky: An das Baby

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