Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte Vater und Sohn 2

Sicher war das Verhältnis von Vater und Sohn im 19. Jahrhundert und davor ein anderes als heutzutage, doch in den Gedichten dieser Seite merkt man nicht allzuviel davon. Das mag an der Zeitlosigkeit mancher Dichter liegen oder daran, dass es Dichter immer schon nicht so genau mit der Wahrheit nahmen.

 

Vater und Sohn von innen und außen

Hier spricht die Ehefrau und Mutter über Vater und Sohn. Was nicht im Text steht: Von Frau und Sohn war Matthias Claudius zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Gedichts noch weit entfernt.

Claudius: Die Mutter bei der Wiege

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Väterliche Ratschläge an den Sohn

Wo gute Ratschläge sind, da ist Wilhelm Busch nicht weit, und er versorgt einen Sohn mit praktischen und immer noch gültigen Ratschlägen für die Karriere.

Busch: Strebsam

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Mehr väterliche Ratschläge

Auch Friedrich Rückert hat einige Lebensweisheiten parat, die es verdient haben, in einem Gedicht vom Vater an den Sohn weitergegegeben zu werden.

Rückert: Das Glück des Mannes ...

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Zugabe: Väterliche Ratschläge im Gedicht

Lebensweisheiten für den männlichen Nachwuchs bietet Theodor Storm in diesem Gedicht en gros und en detail.

Storm: Für meine Söhne

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Väterliche Ratschläge zum Einschlafen

Kurz vor Tagesschluss wartet ein Vater noch mit seiner Lebenserfahrung auf. Da ist Einschlafen sicher keine schlechte Idee.

Josef Schicht · 1890-1909

Strophen an meinen Sohn

Geh schlafen, Kind, es ist nun Schlafenszeit,
Magst süß von deinen frohen Spielen träumen,
Dein weißes Bettchen steht schon lang bereit,
Und leise singt der Nachtwind in den Bäumen …

Auch du wirst einst in schwerer Wetternot
So manches teure Stück von deiner Habe
Mit Zorn und Tränen schleudern aus dem Boot,
Dass dich die dunkle Woge nicht begrabe!

Doch schlafe, Kind, noch leuchtet dir der Tag –
Ich aber bin durch Nacht und Sturm geritten,
Auf meinen Schultern brannte mancher Schlag,
Ich hab gejubelt und ich hab gelitten!

Ich kenne Treppen, wändesteil und schmal,
Aß manches Brot, versalzen, schlecht und trocken;
Ich sah in manches blütenreiche Tal
Und kenne auch der Sehnsucht tiefe Glocken.

Es kommen Tage – mir sind sie vertraut –,
Wo Herz und Sinn in lähmender Umnachtung,
Wo dir, entsetzt, vor allem Leben graut
Und du erbebst in glühender Verachtung.

Und manchmal werden stille Tage sein,
Wo deine Kräfte wieder Atem holen,
Die Glocken deiner Sehnsucht läuten drein,
Und Balsam träufeln gütige Phiolen.

Dann wacht die Seele auf zu neuer Lust,
Du könntest fernste Welten selbst umarmen,
Und eine Stimme singt in deiner Brust
Das Hohelied von Liebe und Erbarmen.

Doch schlafe, Kind, noch sind wir nicht so weit,
Dein Herz weiß nichts als sanfte Kinderfragen,
Ich aber hab durch Sturm und Dunkelheit
Mein Kreuz und meine Wunden schon getragen!

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Der Vater lobt den Sohn

Sehr innig ist das Verhältnis von Vater und Sohn in diesem Gedicht, nur eine Kleinigkeit fehlt.

Claudius: Anselmuccio

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Wenn der Sohne mit dem Vater ...

In diesem Vater-Sohn-Gedicht ist die Welt noch in Ordnung: Der Sohn ist klein und Papa hat ein Herz, das das Söhnchen zu bezirzen weiß.

Lohmeyer: Papa im Arbeitsstübchen ...

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Heimweh eines Vaters

Geradezu magnetisch angezogen fühlt sich in diesem Gedicht ein Vater von seinem Heim, denn daheim wartet ... – das wird nicht wirklich gesagt, ob es der Sohn ist. Da der Vater aber am besten hierhin passt, gilt: Im Zweifel für den Sohnemann.

Friedrich Oser · 1821-1891

Vaterfreude

Bin ich fern, bin ich fern,
Fern von meinem Kinde,
O wie zieht’s, o wie zieht’s
Heim mich so geschwinde!

Wundern sich alle Leut,
Was ich lauf so schnelle,
Raste nicht, bis ich steh
Vor des Hauses Schwelle.

O wie lacht, o wie lacht
Mir das Herz im Leibe,
Winkt mein Kind freundlich mir
Durch die Fensterscheibe.

Windesschnell, windesschnell
Kommt es hergesprungen;
Wie so fest, wie so fest
Hält es mich umschlungen! –

Bin ich fern, bin ich fern,
Fern von meinem Kinde,
O wie zieht’s, o wie zieht’s
Heim mich so geschwinde!

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