Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Kurze Hochzeitsgedichte

Sicher gibt es Hochzeitskarten mit vorgedruckten Versen, aber ein Gedicht handschriftlich in die Karte geschrieben, das macht doch wesentlich mehr her – lesbare Handschrift vorausgesetzt. Zu diesem Zweck finden Sie hier einige kurze Hochzeitsgedichte, die den Anlass gebührend würdigen.

 

Alles auf eine Karte setzen

Die Liebe ist aller Hochzeit Anfang. Daran kann man mit diesen schönen Versen auf einer Hochzeitskarte erinnern.

Grillparzer: Das eben ist der Liebe Zaubermacht ...

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Ein kurzes Hochzeitsgedicht von Schiller

Schiller, wie stets etwas überschwänglich, bemüht gar den heiligen Götterstrahl, um eine Hochzeit zu würdigen.

Schiller: Das ist der Liebe heil’ger Götterstrahl ...

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Kommentar:
Diese Zeilen stammen aus dem Theaterstück Die Braut von Messina.

 

Noch ein kurzes Hochzeitsgedicht von Schiller

Die Verwendung der folgende Hochzeitsverse sollte gut bedacht sein, man könnte sie falsch verstehen. Gute Beziehungen zum Paar oder eine humorige Einleitung sollten schon sein.

Schiller: Denn wo das Strenge mit dem Zarten ...

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Kommentar:
Dieses Gedicht ist eigentlich kein eigenständiges Werk, sondern ein Ausschnitt aus dem berühmten Lied von der Glocke, aber: Was das Paar nicht weiß, kann es lernen.

 

Ein kurzes Hochzeitsgedicht von Goethe

Ausgeliehen aus einem Theaterstück („Egmont“) von Goethe passen diese Verse sehr schön zum Thema Hochzeit. Denn Theater spielen muss man schon können in einer Ehe.

Goethe: Freudvoll ...

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Nasses Hochzeitsgedicht

Auf sehr natürliche Weise feucht-fröhlich geht es bei diesem kurzen Hochzeitsgedicht zu. Das Reimpaar „hell und klar“ - „wunderbar“ kommt mir bekannt vor. Was sagt der Dichter dazu?

Emanuel Mireau · geb. 1974

Zur Hochzeit

Zwei Bäche hell und klar
zum Strome sich vereinen,
sie fließen weiter wunderbar
und schöner nie erscheinen
denn als vereintes Paar.

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Kommentar Emanuel Mireau:
Natürlich sitzt der „-ar“-Reim auf der Schulter der ersten Strophe des Abendlieds. Doch wie man in der Interpretation nachlesen kann, nimmt auch das Gedicht von Matthias Claudius Anleihen bei einigen Vorgängern. Ich setze also eine Tradition fort, was nun hell und klar und wunderbar zur Hochzeit passt, die ja selbst eine Feier mit einiger Tradition ist.

 

Sich einen Reim auf eine Hochzeit machen

Genauer gesagt besteht das Angebot dieses kurzen Hochzeitsgedichts aus Reimen auf das Hochzeitspaar, die sehr vielversprechend sind, aber auch sofort geglaubt werden. Leute, die heiraten, glauben ja alles Mögliche, sogar an eine lange Verbindung zwischen zwei Menschen.

Hans Retep · geb. 1956

Hochzeitsreim

Es lebe hoch das Hochzeitspaar!
Kein Sturm soll diesen Bund zersausen,
das Glück stets unterm Dache brausen
und reimen sich ein jedes Jahr
auf wunderbar.

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Hochzeitsankündigung

Passend für eine Hochzeitseinladung wäre die folgende Ankündigung von zweien, die es wagen, zusammen durchs Leben zu gehen.

Pia Goch · 1960-2016

Einladung zur Hochzeit

Zusammen durch die Welt zu gehen,
ist unser Ziel, wofür wir stehen.
Denn Sinn für uns macht’s nur gemeinsam,
ganz ohne Liebe wär’s zu einsam.
Bestehen soll der Bund fürs Leben,
wir wollen uns das Ja-Wort geben.

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Ein kurzes Hochzeitsgedicht von Wilhelm Busch

Auch Wilhelm Busch kann ganz unkomödiantisch klingen, wenn es um Verse zur Hochzeit geht. Das kann jedoch auch daran liegen, dass die Zeilen aus dem Zusammenhang gerissen sind, aber das muss man ja dem Paar nicht auf die Nase binden.

Busch: Und hier besiegeln diese zwei ...

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Kurzer Tipp für eine glückliche Ehe

Mit Lebensweisheiten sind die Herren Dichter ja immer gerne zur Hand, und so gibt hier der Dichter ungefragt Rat, wie es geht mit einer glücklichen Ehe.

Bodenstedt: Nehmt hin mit Weinen oder Lachen ...

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Barocke Hochzeitsverse

Der Barocker Friedrich von Logau hat sozusagen eine klassische Sichtweise auf die Ehe: Man heiratet, um Kinder in die Welt zu setzen.

Logau: Hochzeit-Wunsch

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Hochzeitsgedicht an die Braut

Vom Bräutigam an die Braut und natürlich von Herz an Herz ist dieses Gedicht gerichtet. Der Schluss enthält eine starke Prise Selbstbewusstsein, aber wer gerade in Hochzeitshimmeln schwebt, hat daran wohl keinen Mangel.

Rückert: Komm, und in die Welt tritt ohne Zagen ...

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