Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte als Liebeserklärung 2

War früher mehr Liebe? Schwer zu sagen, aber ganz bestimmt gab es mehr Liebesgedichte, denn die Modernen habe es nicht so mit den Gefühlen im Gedicht. Von daher kann man sich hier auf einige wunderbare Liebeserklärungen der alten Meister freuen.

 

Ein Ich-liebe-dich-Gedicht

Friedrich Rückert bietet zu Beginn den Klassiker unter den „Ich liebe dich“-Gedichten. Anapher sei Dank – so heißt die Wiederholung am Versbeginn –, ist das Gedicht als Liebeserklärung sehr eindringlich.

Rückert: Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss ...

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Noch eine Liebeserklärung von Friedrich Rückert

Dieser Rückert hat anscheinend viel zu erklären, wenn es um die Liebe geht. Nur die Liebe zur Wiederholung muss er nicht erklären, die sieht man auf den ersten Blick.

Rückert: So wahr die Sonne scheinet ...

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In Liebe Storm

Auch Theodor Storm setzt auf die Kunst der Wiederholung in seiner Liebeserklärung, ist dabei aber etwas gemäßigter oder feinfühliger als Rückert.

Storm: Ich bin mir meiner Seele ...

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Eine perlenhafte Liebeserklärung

Friedrich Rückert beherrscht nicht nur die Wiederholung, sondern auch die Kunst, eine Liebeserklärung in poetischen Bildern abzugeben.

Rückert: Der Himmel hat eine Träne geweint ...

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Wie aus der Kanone geschossen

Und hier gibt eine ganze Breitseite an Liebeserklärungen, die an einen alten Ina Deter-Hit erinnert: Neue Männer braucht das Land, wo es heißt „Ich sprüh’s auf jede Häuserwand ...“.

Müller: Ungeduld

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Eine barocke Liebeserklärung

Beständigkeit in einer unbeständigen Welt wird in dieser Liebeserklärung versprochen. Die Bebilderung ist für ein barockes Gedicht noch sehr gemäßigt.

Johann Rist · 1607-1667

Sie rühmet ihre Beständigkeit

Mein Herz ist nicht von Wachs, mein Herz ist nicht zu gleichen
Den Winden, die bald Ost, bald West herummer schleichen,
Es ist nicht wie ein Schiff, das nach der Wellen Lust
Bald hier, bald dort einläuft; Ach! Mir ist nichts bewusst,
Als nur beständig sein. Mein Lieben soll bezeugen,
Dass es zu seinem Schatz als ein Magnet sich neigen
Und tapfer halten will. Kein andrer wird gedrückt
In meine keusche Seel’, als den ich erst erblickt.
Die Sonne zwar steht auf und geht des Abends nieder,
Der bleiche Mond nimmt ab und kommt gefüllet wieder,
Auf Hitze folget Kält’, auf Regen Sonnenschein,
Auf Traurigkeit die Freud’, auf Scherzen Schmerz und Pein.
Mein Herz ist nicht all so, das lässt sich nicht erregen,
Das soll kein falscher Sturm in Lieb’ und Leid bewegen,
Ich halte wie ein Fels, der an den Ufern steht,
Bei welchem Wind und Flut zu Spott vorübergeht.
Solang’ ein Tier sich wird mit Seinesgleichen paaren,
Solang’ ein Schiffer wird die Wellen überfahren,
Solange Sonn’ und Mond noch haben ihren Schein,
Solang’, O Daphnis, sollst du mein Herzliebster sein.

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Liebeserklärung eines Romantikers

Es gibt haufenweise Literatur dazu, was die Lyrik der Romantiker auszeichnete. Man kann es aber auch kurz fassen: Sie neigten zu Übertreibungen. Brentano gibt seine Liebeserklärung ab, als sei er am Rande des Nervenzusammenbruchs im Gedanken daran, dass diese Liebe einmal ein Ende fände. Und der ganze Aufwand, den er treibt, führt letztlich dazu, dass sich die Herzen mal wieder auf Schmerzen reimen.

Brentano: 25. August 1817 (Einsam will ich untergehn ...)

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Eine Liebeserklärung trotz alledem

Das ist wohl die härteste Liebeserklärung von allen: Ein Mann, der durch den bitteren Panzer einer Frau schaut, als wäre dieser aus Glas.

Rückert: Amara, bittre, was du tust, ist bitter ...

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