Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Lustige Liebesgedichte 2

Auch die Alten verstanden durchaus Spaß in der Liebe, wie die folgenden lustigen Liebesgedichte zeigen. Neben den üblichen Verdächtigen wie Heine und Wilhelm Busch sind auch andere prominente Dichter dabei, die sonst ganz anders über die Liebe geschrieben haben.

 

Ein lustiges Liebesgedichte von Heinrich Heine

Freunde von Verschwörungstheorien werden bei Heine bestens bedient. Wer hätte aber auch gedacht, dass Rosen und Nachtigallen ... also nee, also wirklich.

Heine: Es drängt die Not, es läuten die Glocken ...

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Ein lustiges Liebesgedicht aus Persien

Den Perser an sich kennt man ja meistens nur als Teppich, aber hier fliegt er sozusagen auf den Flügeln der Phantasie, und doch enthält dieses Liebesgedicht ein Körnchen Wahrheit.

Hafis: O wär' ich ein See ...

Übertragen aus dem Persischen von Georg Friedrich Daumer

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Liebesgedankenspiele

So ist das mit der Liebe: Sie nimmt einen ganz und gar gefangen, die Gedanken sind nicht mehr frei, dass es schon wieder lustig ist.

Wildenbruch: Reiche Beschäftigung

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Kussgedicht

Dieses Gedicht beklagt einen körperlichen Konstruktionsfehler bei der Geliebten und wiederholt diesen „Fehler“ auch im Gedichtaufbau: Es hat nur einen einzigen Reim.

Glaßbrenner: Mangelhafte Schöpfung

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Übers Warten

Gar nicht lustig findet Heinrich Heine das Warten auf die Liebste. Seine Gedanken dazu sind jedoch recht witzig, was wiederum komisch ist, da anscheinend selbst die schlimmsten Qualen noch in Humor umgesetzt werden können.

Heine: Lass mich mit glühnden Zangen kneipen ...

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Ein lustiges Liebesgedicht von Wilhelm Busch

Das war natürlich klar, dass Wilhelm Busch so seine eigenen Vorstellungen von einem Liebesgedicht hat. Aber lustig ist’s scho’.

Busch: Ich wusste, sie ist in der Küchen ...

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Die Liebe in uralten Zeiten

Wer damals nicht dabei gewesen ist, wird es wahrscheinlich jetzt nicht glauben, aber selbst bei den Dinosauriern gab es Liebe, Sehnsucht und Herzschmerz.

Vischer: Prähistorische Ballade

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Die Sicht der Frau

Als sehr interessiert desinteressiert könnte man die Haltung der Frau in diesem Liebesgedicht kennzeichnen.

Franz Freiherr von Gaudy · 1800-1840

Führ’ uns nicht in Versuchung

Es schlug. Er muss sogleich erscheinen –
Doch keinen Blick bekommt er mehr –
Er könnte gar am Ende meinen,
Dass ich für ihn am Fenster wär’.
Nun, sagt’ ich’s nicht? Dort naht er wieder –
Ich geh’ – ich bleibe – abgewandt –
Ich lasse die Gardine nieder –
Zu spät – er hat mich schon erkannt.

Er schaut mich an, so ernst, so fragend –
Mir dringt sein Blick tief in das Herz –
Er schüttelt – richtet wie verklagend
Die trüben Augen himmelwärts.
Sieht es die Mutter, wird sie zanken –
Als trüge ich die Schuld allein.
Kaum merklich grüßt er – ich muss danken –
Unhöflich darf man doch nicht sein.

Mein Gott! Ein Briefchen fliegt ins Zimmer!
Der freche Mensch! Was fällt ihm ein?
Glaubt er – den Brief, den les’ ich nimmer –
Ich trag’ ihn zu der Mutter – Nein –
Ich werf’ ihn unbesehn ins Feuer –
Gleich – ach! Das Siegel sprang schon ab –
Wer wird mit Oblat – „ewig teuer“ –
Auch siegeln – „treu bis an das Grab“ –

Dass bloß das Oblat schuld gewesen,
Wer glaubt es mir? Fataler Streich!
Ob ich nun ganz den Brief gelesen,
Ob nur den Schluss, jetzt bleibt sich’s gleich.
„Um zehn Uhr – morgen – in der Nähe“ – –
Recht ärgerlich trifft es sich doch,
Dass ich just dann zur Tante gehe –
Ich hoffe – er verfehlt mich noch.

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Kommentar:
Selbst aus lustigen Liebesgedichten kann man noch etwas lernen: Tatsächlich wurden in früheren Zeiten Oblaten zur Siegelung genutzt, wie ein altes Lexikon weiß. Die Oblate wurde angefeuchtet aufgeklebt und mit Siegelstempel versehen. Man beachte, dass „Oblat“ auf der ersten Silbe betont wird, sonst passte es nicht ins metrische Schema.

 

Liebesgedicht mit Pointe

Der romantische Herr von Eichendorff beliebt mit seinen Leser zu spielen. Statt dem Fried’schen Motto „Es ist, was es ist“ bietet er „Es ist nur vorgespielt“.

Eichendorff: Bist du manchmal auch verstimmt ...

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