Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte für Verliebte 2

Verliebt zu sein ist wahrlich keine Erfindung der Moderne, sondern zieht sich durch die Jahrhunderte und damit auch durch die Lyrik vergangener Zeiten. Auf dieser Seite sind verliebte Gedichte gesammelt, die aus dem 19 Jahrhundert oder von noch früher stammen. Betrachtet man alte Porträts gemalt oder auch schon als Fotos, dann ist man evt. überrascht, wie heißblütig die würdigen Damen und Herren sein konnten. Aber verliebt zu sein ist nun mal ein Ausnahmezustand nahe am Irrsinn;-)

 

Ein Gedicht für Verliebte von Eichendorff

Losgehen soll es mit den Romantikern, die auch mal sehr romantisch sein konnten. Eichendorff schwimmt geradezu auf einer Gefühlswelle.

Eichendorff: Glück

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Kommentar:
Dieses Liebesgedicht erschien zuerst unter dem Titel Liedchen. Das beschwingte Tempo des Gedichts wird durch die Kürze der Zeilen mit nur zwei Hebungen und in der Mitte jeweils zwei Senkungen unterstützt. Das metrische Schema der Strophen ist:

xXxxXx
xXxxX
xXxxXx
xXxxX

Also ein amphibrachischer (xXx) Zweiheber, bei dem in jeder zweiten Zeile eine Senkung abgeschnibbelt wurde, was zum Wechsel weiblicher (unbetonter)/männlicher (betonter) Versschluss führt.

 

Schlafprobleme

Wenn die Hormone Amok laufen, ist schlecht schlafen, stellt der Romantiker Achim von Arnim in seiner Studie übers Verliebtsein fest.

Arnim: Mir ist zu licht zum Schlafen ...

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Ein Gedicht für Verliebte von Heine

Wo die Liebe ist, da ist Heinrich Heine nicht fern. Und im Stadium des Verliebtseins enthält er sich auch seiner sonst berüchtigten ironischen Kommentare.

Heine: Mit deinen blauen Augen ...

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Noch ein Gedicht für Verliebte von Heine

Reichtum und Armut liegen für den Verliebten dicht beieinander, so wie im richtigen Leben halt.

Heine: Wenn ich bei meiner Liebsten bin ...

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Gedicht über eine Elfenliebe

Von allem Gefühl für die Schwerkraft verlassen ist das lyrische Ich in diesem Gedicht für Verliebte und schwebt mit seiner Elfe auf alle Zeit.

Karl Mayer · 1786-1870

Wie schlank bist du, wie zart und fein ...

Wie schlank bist du, wie zart und fein,
Du lichte, liebe Last.
Sag’, halt’ ich denn im Dämmerschein
Nur einen Geist umfasst?
O du mein stilles Elfenkind,
Aus Flocken Lichts gewebt,
Kaum spür’ ich, wie die Brust gelind
Dein Atem senkt und hebt.
Und doch kein Traumbild kannst du sein,
Du bebst in meinem Arm,
Und wärst du bloßer Mondenschein,
So gäbst du nicht so warm.

Vertraut wie Brust an Brust sich schließt,
Schmiegt Aug’ in Auge sich,
Ein goldnes Licht der Freude fließt
Von dir herab auf mich.
Wenn es ein Maß der Liebe gibt
Dir ist’s und mir gefüllt,
Und wo ein Paar so treu sich liebt,
Ist jeder Wunsch gestillt.
Wie triumphierend rollt mein Blut
Im Herzen aus und ein,
So ist es gut, so ist es gut,
So soll es ewig sein.

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Ein Gedicht für Verliebte von Goethe

Goethe holt in seiner lyrischen Geschichte etwas weiter aus als die Vorgänger hier. Doch das Spiel ist dasselbe: von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt.

Goethe: Willkommen und Abschied

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Liebessturm

Um etwas mehr Herzensruhe in stürmischen Zeiten bittet hier jemand, was sicher vernünftig ist, weil bei dem Lärm, den ein vor Liebe wild rauschendes Herz macht, kann man sich ja auf nichts mehr konzentrieren.

Geibel: Mein Herz ist wie die dunkle Nacht ...

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Heimliche Liebe

Und hier ein Gedicht für heimlich Verliebte. Verschwiegenheit wurde schon vor beinahe 400 Jahren groß geschrieben.

Dach: Willst du dein Herz mir schenken ...

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Noch eine heimliche Liebe

Eine etwas kürzere Fassung des Simon Dach-Gedichts über eine geheime Liebe lieferte Alfred Meißner etwa 200 Jahre später.

Meißner: Lass im geheim mich zu dir kommen ...

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Liebesrausch

In diesem Gedicht schwingen sich die Gefühle hoch und höher bis in himmlische Gefilde. Das ist mehr als ein Mensch allein ertragen kann und deshalb teilt man es und nennt es Liebe.

Falke: Auf Flügeln

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