Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte übers Reisen

Das Reisen in ferne Länder ist heute eine Selbstverständlichkeit, zumindest für die reichen Europäer. Früher war das anders, schon allein weil Reisen beschwerlicher und zeitaufwändiger war. Doch manch ein Dichter hat sich trotzdem auf den Weg gemacht und seine Erfahrungen in Gedichte gekleidet.

 

Reiselied mit Refrain

Ein Loblied aufs altmodische Reisen hat Herr von Scheffel verfasst. Aber auch damals gab es schon „all-inclusive“.

Scheffel: Ausfahrt

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

Kommentar:
Das Gedicht ist auch eine Reise durch selten gesehene metrische Landschaften. Scheffel nutzt den Amphibrachys, ein Versfuß, bei dem von drei Silben die mittlere gehoben ist. Das bedeutet aber auch, dass z.B. beim Wort „Berggipfel“ die Betonung von der ersten auf die zweite Silbe verschoben werden muss, eine Tonbeugung. Was beim Amateur häufig mangelnde Disziplin ist, macht hier den Vers musikalischer, weil die zweite Silbe durch verstärkte Betonung die erste niederkämpfen muss.

 

Reisen und Heimkommen

Aus der Reihe „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe" stammt dieses Gedicht übers Reisen und vor allem übers Heimkommen.

Grün: Zwei Heimgekehrte

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Übers Geldausgeben auf Reisen

Dieses Reisegedicht widmet sich dem wirtschaftlichen Aspekt des Reisens, genauer gesagt dem Geldausgeben anderswo. Gekauft wird letztlich eine banale Erkenntnis.

Ringelnatz: Reisegeldgedicht

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Gedicht übers Reisen als Brief

Ein Brief aus dem Urlaub, man merkt, dieses Reisegedicht hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Heute ist eine SMS das Maximale an Urlaubsschreibwut

Endrikat: Brief aus der Sommerfrische

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Hugo von Hofmannsthal übers Reisen

Eine etwas seltsame Mischung von Gefahr und Faszination des Reisens bietet dieses Gedicht.

Hofmannsthal: Reiselied

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Gedicht über Tourismus

Und hier ein Rückblick auf die Frühzeiten des deutschen Massentourismus’, als man noch im Land blieb, um sich im Kreise der Familie dem Alltagsleben zu entziehen.

Thoma: Sommeridylle

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versendenGedicht in Anthologie

 

Urlaubsabschied

Abschiedsstimmung weht durch dieses Gedicht, denn auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Zeit zum Kofferpacken und Bilanz ziehen.

Endrikat: Ferienbilanz

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Ringelnatz-Gedicht übers Reisen

Große Pläne sind Bestandteil mancher Reise, wie dieses Gedicht übers Reisen bzw. Nichtreisen zeigt.

Ringelnatz: Die Ameisen

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

Kommentar:
Ein Reim ist dadurch definiert, dass ab einem betonten Vokal alle Laute gleich sind. Man kann also „Ameisen“ nicht auf „reisen“ reimen, weil die Betonung eigentlich auf dem „A“ von „Ameisen“ liegt und dann zwei unbetonte Silben folgen, während „reisen“ eine betonte und eine unbetonte Silbe hat. Um dennoch zu reimen, muss man bei „Ameisen“ die Betonung auf die zweite Silbe verschieben. Tonbeugung nennt sich das und so etwas in der ersten Zeile beim Reimwort machen zu dürfen, dafür muss man mindestens Ringelnatz heißen.

 

Gedicht über Reisen und Bildung

Zum Schluss eine erste Lästerei übers Reisen, das den Ruf hat zu bilden.

Hagedorn: Der Kuckuck und die Lerche

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Anti-Urlaubsgedicht

Selbst der Erholungswert von Reisen ist nicht einwandfrei erwiesen, wie diese zweite Gedichtlästerei übers Reisen zeigt.

Endrikat: Sommerfrische

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden