Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte als Mutmacher 2

Auch die Altvorderen hatten durchaus den praktischen Aspekt von Gedichten im Blick, bei Liebesgedichten sowieso, doch auch zum Aufmuntern und Mutmachen findet sich einiges an Material bei den als Klassikern verdächtigen Dichtern, wie diese zweite Seite der Gedichte als Mutmacher zeigt.

 

Singen macht Mut

Bei diesem Mutmacher-Gedicht preist der Dichter ein altes, einfaches Hausmittel: Singen. Und damit das auch in jeden Kopf hineingeht, nimmt er dafür ein kleines Holzhämmerchen in Form des stets gleichen Reims.

Chamisso: Frisch gesungen

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Gedicht über Schwalbenmut

Über den Mut die einfachen und notwendigen Dinge zu tun, spricht in diesem Mutmachergedicht der Dichter.

Rückert: Die Schwalb’ ist angekommen ...

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Mut zu zweit

Gemeinsam vorangehen, sich alles verzeihen, wenn das nicht Mut macht, dann wird’s eng.

Walter Calé · 1881-1904

Wirf ab, wirf ab die schlimmen Tage ...

Wirf ab, wirf ab die schlimmen Tage.
Und was vergangen, lass vergangen sein.
Was sind uns Schatten! Eile her zu mir!
O eile nur! Ich harre deiner längst,
und draußen harr’ ich, wo der Frühling ist,
wo Sonne steigt und Saft in Blüte quillt.
In solchem Lichte Hand in Händen wandelnd,
was könnten wir einander nicht verzeihn?

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Das Gute am Gewitter

Ein Gewitter, das Mut macht? Sicher, alles nur eine Frage der Perspektive. Wenn man das, was auf einen einprasselt, als Reinigung sieht, kann man wieder neu anfangen.

Grasberger: Gewitterregen

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Gedicht über Mut gegen Feigheit

Auf eine einleuchtende Eigenschaft der Unglücksfälle, deren Kenntnis noch immer nicht allgemein verbreitet ist, weist Friedrich Rückert in seinem Mutmachergedicht hin.

Rückert: Einen einzlen Mann, der wehrlos ...

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Ein Rache-Gedicht

Mit Hilfe der Natur und einer biblischen Anspielung wird in diesem Gedicht Rache genommen.

William Blake · 1757-1827

Ein Giftbaum

Wütend fuhr meinen Freund ich an,
Sprach voll Zorn, mein Zorn verrann.
Meinem Feind verzieh ich nie,
Sagte nichts, mein Zorn gedieh.

Und ich wässerte ihn in Sorgen
Tränenreich an jedem Morgen;
Und mit Lächeln den Zorn ich sonnte
Und mich niemand durchschauen konnte.

Und er wuchs noch Tag und Nacht,
Bis er einen Apfel hervorgebracht.
Und mein Feind sah seinen Glanz,
Und er wusste, er gehört mir ganz.

In den Garten stahl er sich,
Als es wurd’ ganz finsterlich.
Und am Morgen, ich glaubt’ es kaum,
Lag er leblos unterm Baum.

Übertragen aus dem Englischen von Hans-Peter Kraus

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Das Auf und Ab

Das Vertrauen auf den Wellengang des Lebens wird in diesem Gedicht vorgeführt. Mut besteht demnach in erster Linie darin, in der Talsohle, solang es eben geht, auszuhalten

Trojan: Ermutigung

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Religiöser Mutmacher

Bei Eichendorff führt der Mut, das Leben jeden Tag neu anzugehen, über Gott.

Eichendorff: Reiselied

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Mut vom Chef

Der Chef der deutschen Dichtergilde persönlich hat sich dazu herabgelassen, ein mutspendendes Gedicht zu verfassen. Da kann also nichts mehr schief gehen.

Goethe: Beherzigung

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