Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Gedichte über die Zeit

Die Zeit ist ein schwer fassbares Phänomen, irgendwie da und doch nicht da, also ideal für Dichter, die ihre eigenen Gedanken rund um das Thema spinnen können und in ihren Gedichten über die Zeit weise Ratschläge zum rechten Umgang mit ihr geben.

 

Ein Gedicht über die Zeit aus dem Barock

Eine barocke Zeitauffassung mit religiösen Zügen offenbart Andreas Gryphius in seinem Gedicht über die Zeit, obwohl die Betonung des Augenblicks wiederum sehr modern ist.

Gryphius: Betrachtung der Zeit

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Schiller-Gedicht über die Zeit

Schiller greift auf einen alten Chinesen zurück, um seine Gedanken über die Zeit darzulegen.

Schiller: Sprüche des Konfuzius

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Eine Welt ohne Zeit

Dieses Gedicht stellt eine Hypothese über „sie“ auf, die wissenschaftlich noch zu beweisen wäre. Falls jemand Zeit hat, kann er das ja mal probieren.

Hans-Peter Kraus · geb. 1965

Ohne sie

Du kannst sie nicht sehen.
Du kannst sie nicht hören.
Riechen, schmecken oder fühlen
kannst du sie auch nicht.

Ohne sie
wär kein Anfang und kein Ende.
Ohne sie
wär kein Leben und kein Tod.
Ohne sie
wär alles nichts.
Doch nichts
wäre nicht.

UrheberrechtshinweisGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Gedicht über die Zeit von Wilhelm Busch

Wilhelm Busch hat sich die Zeit näher angeschaut und festgestellt, dass sie einer alten Bügelfrau ähnelt. Der Busch verstand schon was vom Komplimente machen.

Busch: Scheint dir auch mal das Leben rau ...

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Gedicht über Zeit und Wahrheit

Man kann die Wahrheit unter dem Mantel des Schweigens verstecken oder überlässt die Sache der Zeit, wie dieses Gedicht demonstriert.

Logau: Die schamhafte Zeit

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Fontane-Gedicht über die Zeit

Fontane erinnert in seinem Gedicht daran, dass die Zeit selbst die hitzigsten Gefühlsaufwallungen abkühlt. Recht hat er, und wer da widersprechen will, sollte erst mal eine Nacht drüber schlafen.

Fontane: Überlass es der Zeit

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Eine etwas andere Betrachtung der Zeit

Eine etwas überraschende Erkenntnis verbreitet Gottfried Keller in seinem Zeitgedicht: Die Zeit steht still.

Keller: Die Zeit geht nicht

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Ein Gedicht über Zeit und Tod

Die Ähnlichkeit dieser beiden unsichtbaren und doch das Leben bestimmenden Phänomene zeigt dieses Gedicht auf.

Richard von Schaukal · 1874-1942

Die Zeit

O Zeit, du gehst dahin
und eilst mit solcher Macht
gradaus durch Tag und Nacht,
dass ich voll Grausen bin.

Ob ich vermein zu stehn,
du reißest mich hinweg:
wo ich kaum war, den Fleck
kann ich schon nicht mehr sehn.

Und bist dabei so still:
es wär mir wahrhaft Not,
woran ich dich vom Tod
noch unterscheiden will.

Gedicht per E-Mail versenden

 

Ein Gedicht von Rilke über die Zeit

Ein Horrorszenario entwirft Rilke in seinem Gedicht, doch die Zeit kann nichts dafür, weil ...

Rilke: Ein weißes Schloss in weißer Einsamkeit ...

Dieses Gedicht im TextformatGedicht per E-Mail versenden

 

Eine grauenhafte Zeit

In diesem Gedicht wird die Zeit nicht im Sinne der vierten Dimension beschrieben, sondern eher als Weltzustand oder das personifizierte Böse.

Otto zur Linde · 1873-1938

Eisern schreitet mitleidlose Zeit

Eisern schreitet mitleidlose Zeit
Über weltenweites Leid –
Ob du eifernd mit ihr gehst,
Ob du erschreckt beiseite stehst.
Jeder Uhrschlag graunvoll klingt,
Dass ein Leben tot hinsinkt,
Dass ein Leib zerfetzt daliegt,
Dass der Tod aus Rohren fliegt
Oder zwischen den Reihen reißt
Leiber in Stücken, oder kreist
Höhnisch hoch, die Bombe fällt –
Wo ist nun ein Platz in der Welt,
der der Zeit entgegenhält
Einen Schild? Es ist kein Halt,
Oh, du deine Hände falt,
Sitz du stumm, es hallt die schlimme
Mitleidlose Donnerstimme
Durch die Welt: „Ich will verderben
Saat und Sehnsucht; es soll Sterben
Ächzend umgehn; bis die Wolke
Überm Land und überm Volke
Ihr Verderben ganz ausgoss,
Und ein Meer von Blut voll floss.“

Gedicht per E-Mail versenden