Unterm Lyrikmond

Gedichte lesen und hören, schreiben und interpretieren

Wald-Gedichte

Ihre ganz besondere Beziehung zum Wald offenbaren auf dieser Seite einige Dichter mit ihren Texten. Psychologisch gesehen ist der Wald im Gedicht eine Allzweckwaffe, er taugt sowohl für die Einsamkeit als auch für die Liebe, sein Anblick lässt philosophisch oder kindlich werden. Und das ganz Besondere an der Präsentation der Wald-Gedichte hier ist: Es wurden dafür keine Bäume gefällt.

 

Ein Gedicht über Mensch und Wald

Eine interessante bildliche Gestaltung bringt dieses Wald-Gedicht. Gegenübergestellt werden Mensch und Feuer sowie Wald und Stein.

Leo Greiner · 1876-1928

Der Wald

Soll ich, du Finstrer, einzutreten wagen?
Wirst du nicht zürnen der Vermessenheit,
dass ich den unruhvollen Funken Zeit
unter das Dach des ewigen Schattens trage?

Wird nicht das Rauschen im verdorrten Laub
dich aus versteinerter Erhebung schrecken,
wenn meine Füße deinen eignen Staub,
uralte Herbste aus dem Schlafe wecken?

Du starrst gedächtnislos aus hohlen Kronen
Hinab auf deinen hundertfachen Tod
und schauderst nicht, und deine Wipfel wohnen
Der Erde fern im kalten Abendrot.

Ich aber bin der Mensch, des Todes Raub,
bin Zeit und Glut, bin Schmerz und wilde Blüten!
In dunkler Brust will ich den Funken hüten,
sonst brächst du brennend hinter mir in Staub.

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Gespräch mit dem Wald

Nach Kinderart lässt der Dichter die Stimme des Gedichts mit dem Wald reden. Doch der Schluss ist ganz und gar nicht kindlich, sondern mystisch-erwachsen.

Meyer: Jetzt rede du!

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Ein Gedicht über Wald und Liebe

Das Thema Liebe darf im Wald nicht fehlen. Schließlich fördert seine Unübersichtlichkeit das Zweisame.

Morgenstern: Hier im Wald mit dir zu liegen ...

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Ein Gedicht über Wald und Philosophie

Ein bisschen in Richtung chinesischer Philosophie führt das folgende Wald-Gedicht, namentlich zum Daoismus, denn Dao heißt „der Weg“.

Morgenstern: Nachts im Wald

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Der Wald persönlich gesehen

Ganz wie einen alten Kumpel behandelt Peter Hille den Wald, nur dass alte Kumpels keine 1000 Jahre alt werden.

Hille: Waldstimme

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Kein Gedicht über den Wald

Endlich ein Gedicht über Menschen statt über Wälder folgt an dieser Stelle, obwohl ein Verwandtschaftsverhältnis nicht ausgeschlossen wird.

Hans-Peter Kraus · geb. 1965

Wunderbare Menschen

Sie sind immer da.
Sie haben immer Zeit.
Sie hören dir immer zu.
Ihre Gelassenheit in allen Lebenslagen
ist beispielhaft.
Wenn dir der Kopf schwirrt,
bringen sie Klarheit.
Wenn du zornig bist,
schenken sie Ruhe.
Wenn Regen dich überrascht,
bieten sie Obdach.
Wenn die Sonne dich versengt,
geben sie Schatten.
Bäume
sind wunderbare Menschen.

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Der Wald – dein Freund und Helfer

Das Wort „Asyl“ bezeichnet einen Zufluchtsort und einen solchen zu haben, ist ein wunderbares Gefühl. Ludwig August Frankl weiß auch genau, wo man ein solches Asyl findet:

Frankl: Asyl

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